Kundgebung: Tag der Befreiung

Am Dienstag dem 8. Mai treffen wir uns ab 14:00 auf dem Holzmarkt um die Befreiung Europas vom deutschen Faschismus zu feiern! Mit dabei Musik, Sekt und Redebeiträge.

Danach geht es dann weiter nach Erfurt um dort dann ab 19:00 an der Nachttanzdemo teilzunehmen.

Flyertext:

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Marx-Reihe

Ab Ende Mai bis Mitte Juni organisieren wir zusammen mit dem SDS Jena eine Veranstaltungsreihe anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx:
Bis heute gilt Karl Marx als einer der einflussreichsten Theoretiker des Sozialismus und der Kapitalismus-Kritik und noch immer sind er und seine Theorien ständig im Gespräch. Manche loben ihn in großen Tönen, andere spotten über seine utopischen Ideen.
Obwohl schon viel Zeit vergangen ist, seitdem er seine kritischen Ideen und Theorien veröffentlicht hat, hat sich am Problem nicht viel verändert. Noch immer bereichern sich die Wenigen auf Kosten der Vielen. Arbeiter*innen werden prekär beschäftigt, ausgebeutet und fügen sich trotzdem dem System.
Wie kommt das? Warum scheinen die Ideen von Karl Marx keinen Anklang gefunden zu haben? Und, ist das wirklich so? Um diese und weitere Fragen zu beantworten wollen wir uns anlässlich seines 200. Geburtstages seinen Ideen in unserer Veranstaltungsreihe annähern. Gemeinsam wollen wir lesen, Vorträgen lauschen, Filme schauen und uns in Workshops aktiv an das Wirken dieses Mannes heranarbeiten.
Weitere Infos findet ihr auf http://www.marxinjena.de

Kundgebung: Für die antiklerikale Revolution – Solidarität mit den Protestierenden im Iran!

Im Iran finden seit über einer Woche Proteste gegen das Regime statt, die nicht nur an sich als solche zu bezeichnen sind, sondern auch für sich als solche auftreten. Unmissverständlich machen die Menschen auf den Straßen klar, gegen wen sich ihr Protest richtet: Slogans wie „Nieder mit Rouhani”, „Tod der Islamischen Republik“ oder auch „Hardliner, Reformer – eure Zeit ist vorbei” zeigen, dass die Revolte sich nicht nur gegen die im Westen häufig als konservativ identifizierten Kräfte, sondern eben auch gegen den als moderaten Reformer gelabelten Rohani richtet. Während vor allem Europa weiterhin daran festhält Hassan Rohani als „bärtigen Hoffnungsträger” zu stilisieren, haben die Menschen im Iran längst durchschaut, dass Rohani nur „the friendly face of terror” und damit ein williger Vollstrecker der politischen Vorstellungen Ayatollah Khameneis ist. Sie erwarten daher folgerichtig von diesem Regime nichts mehr, sondern fordern konsequent dessen Ende.

Nun könnte man meinen, es sei keine Frage, dass eine europäische Staatengemeinschaft, allen voran ein Deutschland, das gebetsmühlenartig von humanistischen Werten schwadroniert, sich an die Seite der Freiheitsbewegung im Iran stellt. Dass dies nicht geschieht und sich z.B. das deutsche Auswärtige Amt nicht zu mehr durchringen kann als ein paar abgedroschenen Appellen zu Gewaltlosigkeit, die nicht nur völlig deplatziert und nichtssagend sind, sondern den Menschen, die im Iran für Freiheit streiten, ins Gesicht schlägt, da der „normale Alltag” im Iran nichts anderes bedeutet als Zwang und Gewalt, beweist einmal mehr, dass das Gerede von westlichen Werten speziell in Deutschland nicht viel mehr als ein Lippenbekenntnis ist.
Die Haltung Deutschlands ist dabei keineswegs neu. Sigmar Gabriel beispielsweise hofiert schon seit Beginn seiner Tätigkeiten als Außenminister (vorher als Wirtschaftsminister) Vertreter des antisemitischen Regimes in Teheran und handelt millionenschwere Wirtschafts-Deals mit ihm aus. Ausgeblendet wird dabei der Vernichtungsantisemitismus des iranischen Regimes, der sich nicht nur in der Leugnung der Shoah, die zum Beispiel in einem jährlich stattfindenden Holocaust-Leugner-Comic-Wettbewerb institutionalisiert wurde, sondern auch in den Vernichtungsdrohungen gegen Israel von Vertretern des iranischen Regimes, äußert. Sondern auch die Langstreckenraketentests mit Bekundungen, Israel von der Landkarte zu streichen und Raketenlieferungen an die Hisbollah zeigen sehr deutlich, wie ernst die Beseitigung des jüdischen Staates gemeint ist, den der oberste Religionsführer des Irans Ayatollah Ali Chamenei als „Krebsgeschwür“ bezeichnet. Im Duktus des Appeasement-Außenministers klingt das dann so: „Sie haben eine andere Beziehung zum Status der Religion. Sie haben außenpolitisch einen anderen Blick auf die Welt, etwa bei Syrien. Sie sehen den Konflikt zwischen Israel und Palästina anders.”
Der ganz undiplomatische Stinkefinger für ein paar Nazis und die sanften Worte für ein antisemitisches Terror-Regime sind eben zwei Seiten der gleichen neuen deutschen Identität, die es auch mit Blick auf die Freiheitsbewegung im Iran immer wieder zu denunzieren gilt.

Während Israels Geheimdienstminister Katz, die kanadische Regierung und das Weiße Haus bereits Partei für die Demonstrierenden im Iran ergriffen, halten sich europäische Regierungen bislang weitestgehend zurück, um ihre vom Appeasement geprägten Politik gegenüber des Mullah-Regimes und die damit verbundenen gemeinsamen wirtschaftlichen Kooperationen nicht zu gefährden. Die zunehmende wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Forcierung neuer gemeinsamer Projekte – auch hier am Beispiel des im September 2017 abgeschlossenen Deals zwischen der Oberbank und Vertretern des iranischen Regimes – spielt eine entscheidende Rolle, liegt das Handelsvolumen zwischen dem Iran und Deutschland inzwischen im zweistelligen Milliardenbereich.
Doch dieses Konzept des »Wandels durch Annäherung« ist eine Farce! Unter dem sich moderat gebenden Regime unter Hassan Rohani stiegen die Hinrichtungszahlen auf Höchstwerte – fast drei Exekutionen pro Tag im Iran für das Jahr 2015. Im Jahr 2017 wurden mehr als 567 Menschen vom iranischen Regime hingerichtet.
Die außenpolitischen Erfolge des Irans tragen dabei zusätzlich zur Stabilisierung des islamischen Regimes und dessen Herrschaft bei, die für Frauen, Homosexuelle, Oppositionelle und zahlreiche andere Menschen, die nicht in das Weltbild der Mullahs passen Unterdrückung und Verfolgung bedeutet. Außenpolitischer Erfolg und innenpolitische Repression stehen im Iran nicht im Widerspruch, sondern gehen Hand in Hand und ermöglichen neue Handlungsspielräume in und außerhalb des Irans.

Unsere Solidarität gilt den kämpfenden Menschen im Iran, unsere Verachtung dem Mullah-Regime und der deutschen Kollaboration mit diesem!

 

Wann: Donnerstag den 11.01. ab 16:00Uhr
Wo: Johannistor/Faulloch (Jena)

Veranstaltungsreihe: Ideologische Ersatzreligionen unter dem Brennglas – Teil 1

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Wir möchten euch alle zu unserer Veranstaltungsreihe „Ideologische Ersatzreligionen unter dem Brennglas – Teil 1“ einladen.

Wenn Menschen versuchen den Kapitalismus zu kritisieren kommt es vor allem in Deutschland oftmals mit einer scheinbaren Unvermeidlichkeit zu dem Punkt, an dem entweder der „Jude“ oder der „Amerikaner“ als schwarzes Schaf erkannt wird und für die Widrigkeiten des kapitalistischen Normalvollzugs vom „Kritiker“ durchs Dorf getrieben werden soll. Und selbst wenn das jüdische Volk einmal nicht direkt genannt wird, so wird sich an Stereotypen wie „Finanzoligarchen“, „gierigen Bankern“ und „Heuschrecken-Kapitalismus“ abgearbeitet.

In dieser VA-Reihe möchten wir, die Linksjugend Jena, uns mit einigen fortschrittsfeindlichen und antiaufklärerischen Ideologien kritisch auseinandersetzen. Denn Kritik am Kapitalismus ist nicht immer „links“ und „linker“ Antikapitalismus nicht immer progressiv.

13. November: »Mein Name ist Stoll – Dr. Axel Stoll!« (Filmvorführung und Diskussion)

Adorno hat einmal gesagt, dass die Deutschen anderen keine Lüge erzählen können, ohne sie selbst zu glauben. Ein Team aus Psycholog*innen und Journalist*innen hat die Galeonsfigur der verschwörungstheoretischen Szene, den mittlerweile verstorbenen Dr. Axel Stoll (promovierter Naturwissenschaftler – muss man wissen!), interviewt und ihn dabei einem politischen Herz- und Nierencheck unterzogen. Die Macher*innen sind während des Filmes anwesend und stehen im Nachgang für eine Diskussion zur Verfügung.

Am Freitag, den 13.November um 20:00 Uhr in der Universität Jena, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 274

Link: https://www.facebook.com/events/1052652054787022/

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20. November: Grüne Braune – antisemitische, rassistische und esoterische Wurzeln (Vortrag von Peter Bierl)

Der Referent beschäftigt sich in diesem Vortrag mit der ökofaschistischen Ideologie von der Reformbewegung über Hitlers Reichstierschutzgesetz bis zu den „Hühner-KZs“ von PETA und Alice Schwarzer. Dabei wird der Frage nachgegangen inwieweit und warum es ideologische Überschneidungen zu klassisch rechten Strömungen gibt.
Peter Bierl ist ein freier Journalist, Autor und postmarxistischer Wertkritiker und schreibt ua. für konkret.

Am 20. November um 18:00 Uhr in der Universität Jena, Carl-Zeiss-Straße 3, SR 274

Link: https://www.facebook.com/events/523630147799747/

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Das Konzept überdenken

Was ist eigentlich in Jena los?

In der jüngsten Vergangenheit fanden in Jena zwei Naziaufmärsche statt. Im Vorfeld zu beiden Aufmärschen gab es nicht wenige Menschen, die sich die Frage stellten, wie es plötzlich sein könne, dass sich Nazis nach dem Desaster beim „Fest der Völker“ 2007 wieder nach Jena trauten um hier ihre menschenverachtende, geschichtsrevisionistische Hetze zu verbreiten. Dieser Sachverhalt zeigt sehr deutlich, dass sich Jena über die Jahre ein antifaschistisches Image aufgebaut hat, welches, von linksradikalen Strukturen über studentische Gruppen bis hin zum Bürgertum über alle Bevölkerungsschichten, bis heute anhält. Aber wie steht es tatsächlich um die antifaschistische „Szene“ in Jena und kann man mit Recht behaupten, dass Jena diesem Image auch gerecht wird?

Antifa, übernehmen Sie?!

Am 27.06.2015 fand der erste der beiden diesjährigen Aufmärsche in Jena statt. Rund 100 Neonazis wurden durch die Europäische Aktion nach Jena mobilisiert. Eine vierstellige Zahl von Gegendemonstrant*innen stellte sich ihnen entgegen und ein Großaufgebot der Polizei war ebenso vor Ort. Schon früh morgens bildeten sich mehrere Blockaden an strategisch wichtigen Punkten. An diesem Tag gelang es den Nazis lediglich ein paar Meter zu marschieren, und das nicht einmal direkt im belebten Stadtzentrum. Im Nachgang wurde dies als großer Erfolg der „antifaschistischen Bewegung“ gefeiert. So bemerkt beispielsweise das Aktionsnetzwerk gegen Rechts: „Einmalmehr hat sich gezeigt, dass Naziveranstaltungen in Jena gegen den breiten Widerstand vieler Menschen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Spektren nicht durchsetzbar sind. Wir und viele andere haben uns wi(e)der(ge)setzt – und wir werden es auch in Zukunft wieder tun!“[1]  Hier wirklich von einem Erfolg zu sprechen ist, angesichts der Realität welche sich an diesem Tag zeigte, falsch. Die etwa 1800 Gegendemonstrant*innen wären hier wohl kaum in der Lage gewesen den zahlreichen Polizist*innen zu entgehen. Wäre hier eine Räumung der Blockaden politisch gewollt worden, hätten sie diese auch problemlos durchsetzen können. Man im Nachhinein eingestehen, dass der antifaschistische Protest in Jena wenig Schlagkraft besitzt und das antifaschistische Image der Stadt an diesem Tag nur durch die, von der Verwaltung angesagte, „kooperative“ Polizei aufrechterhalten werden konnte.

An dieser Stelle lässt sich nun auch ein Bogen zum jüngsten Naziaufmarsch des 03.10.2015 schlagen. Die Zahlen von Nazis, Gegendemonstrant*innen und Polizist*innen sind hier, im Verhältnis, nicht wesentlich unterschiedlich. Dennoch ergab sich an diesem Tag ein gänzlich anderes Bild dieser, angeblich, so antifaschistischen Stadt. Die etwa 2500[2] Gegendemonstrant*innen konnten der, äußerst aggressiven, Polizei nichts entgegensetzen – oder war dies schlicht nicht gewollt? Dieses mal half auch der Aufruf zum zivilen Ungehorsam des Stadtrates nichts. Keine strategisch wichtige Blockade blieb an diesem Tag bestehen bzw. konnte überhaupt erst entstehen. Schlussendlich konnten die Nazis unter massivem Polizeischutz durch die Stadt marschieren. Dies wird vom Bündnis „Läuft nicht“ zurecht kritisiert.[3]

Wir müssen mit Bedauern feststellen, dass es in Jena kaum möglich ist über 2500 bzw. 1800 Menschen gegen die Nazis auf die Straße zu bekommen. Das bereits angesprochene, auch überregional bekannte, „antifaschistische Image“ der Stadt Jena hat hieran einen beträchtlichen Anteil. Von vielen wird eine Anreise aus dem Umland schlicht für unnötig gehalten, da in Jena ja eh nichts passieren könne, haben doch im Jahr 2007 noch die Barrikaden gebrannt. Der Mangel antifaschistischen Engagements ist mit Betrachtung der NSU Vergangenheit der Stadt Jena eine bedenkliche Entwicklung. Des Weiteren gibt es in Jena wenige funktionierende antifaschistischen Gruppen, kaum Vernetzung und eine meist sehr zentralisierte Organisation von Gegenprotesten.

Blockaden: Kann das was oder kann das weg?

Was 2010 in Dresden, völlig zurecht und zum Glück, den größten Naziaufmarsch Europas verhinderte, breitete sich fortan als Patentrezept zu Verhinderung aller Möglichen Aufmärsche, ob groß oder klein, in der ganzen BRD aus. Das Blockadekonzept ist mittlerweile in den breiten der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft angekommen. So rufen, wie in Jena geschehen, ganze Stadträte zum zivilen Ungehorsam gegen Nazis auf[4]. Spätestens hier muss die Frage gestellt werden ob die Blockade noch ein solidarisches Konzept der radikalen (politischen) Linken ist oder ob es längst zu einem Konzept zur Imagepflege diverser Städte und Dörfer verkommen ist. Es zwingt sich die Annahme auf, das antifaschistische Gruppierungen hier „ausgenutzt“ werden, wenn man es gerade gebrauchen kann. Werden andere Aktionsformen als die Blockade gewählt, ist jedoch schnell Schluss mit der Solidarität der Verwaltungsbehörden. Gerade in Jena, dessen Bürgermeister jüngst mit antisemitischen Ausfällen Israel für die „Flüchtlingskrise“ mitverantwortlich machte[5], müssen wir feststellen, dass der antifaschistische Konsens meist nur ein Lippenbekenntnis einiger tragender Behörden ist. Damit können und wollen wir uns, als antifaschistische Gruppierung, nicht gemein machen. Weiterhin warnen wir davor, „DAS Blockadekonzept“ blind und stumpf auf alle Situationen zu kopieren. Einerseits hat es nun einmal nicht in jeder Situation einen strategisch Mehrwert und andererseits kann es Situationen geben, in denen es die Demontrant*innen in eine kritische Gefahrenlage drängt. Sogar das gleichzeitige Auftreten beider Aspekte mussten wir schon beobachten.

Eine frische Loslösung von alten verstaubten Konzepten und Strukturen und eine intensivere linke Vernetzung auf Augenhöhe ist das, was wir uns für uns und für Jena wünschen. Aus Ermangelung an konkreten Alternativen werden wir, wie auch in der Vergangenheit, an Protesten gegen den Nazi-Mob teilnehmen und unsere Perspektive einbringen, fordern aber gleichzeitig eine kritische Auseinandersetzung mit den bisherigen Konzepten und deren Ausführung.

Gegen Nazis und Faschisten auf die Straße zu gehen, uns und andere zu schützen, Aufklärung zu leisten und eine radikale Kritik zu üben ist keine Imagesache, sondern eine Notwendigkeit!

[1]http://www.aktionsnetzwerk.de/cms/index.php/aktuelles/pressemitteilungen/680-im-paradies-scheint-die-sonne-nicht-fuer-nazis

[2]http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Demonstrationen-in-Jena-am-Tag-der-Deutschen-Einheit-etwa-200-Rechte-2500-Gegn-1240802036

[3]http://jg-stadtmitte.de/nonazis/

[4]http://www.jenapolis.de/2015/06/26/aufruf-des-jenaer-stadtrates-nicht-zu-hause-sitzen-bleiben-jena-steht-zusammen/

[5]Kommentar: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23404